Details

Ich will so werden, wie ich bin


Ich will so werden, wie ich bin

Für Selberleber
1. Aufl.

von: Volker Kitz, Manuel Tusch

10,99 €

Verlag: Campus Verlag
Format: PDF
Veröffentl.: 14.02.2011
ISBN/EAN: 9783593414409
Sprache: deutsch
Anzahl Seiten: 224

Dieses eBook enthält ein Wasserzeichen.

Beschreibungen

Wir arbeiten nicht – wir verwirklichen uns. Wir treffen keine Freunde – wir erweitern unser Netzwerk. Wir tun nicht einfach nichts – wir entspannen aktiv. Aber wann leben wir eigentlich das Leben, das wir immer wollten? Wir haben alle Möglichkeiten – und doch waren wir noch nie so unfrei wie heute.
Die Bestsellerautoren Volker Kitz und Manuel Tusch zeigen mit Witz und Einfühlungsvermögen, welche modernen Zwänge uns heute unser Leben rauben. Sie bieten ein einzigartiges psychologisches Schritt-für-Schritt-Programm, mit dem wir unsere eigenen Bedürfnisse wiederfinden und die Freiheit über unser Leben zurückerobern – ganz ohne Work-Life-Balance und andere Modefloskeln. So kann jeder seinen individuell passenden Lebensstil finden.
We do not work - we are fulfilling ourselves. We do not just meet friends - we are enlarging our network. But when do we live the life we have always wanted? The bestselling authors Volker Kitz and Manuel Tusch demonstrate entertainingly and sensitively how contemporary constraints deprive us of our lives. In a unique psychological programme they show step by step how we can rediscover our personal needs and regain our freedom and control of our own lives. In this way, everyone can find their own personal lifestyle that fits them individually.
Nichts passiert zufällig 11

Teil 1:
Die Hamsterrad-Verschwörung

EINS
Stellen Sie sich vor … 15
Ein Gedankenexperiment, das Ihr Leben verändert 18
Wunschlos unglücklich 25
Spinne ich oder spinnen die anderen? Die Zwangserkrankungen unserer Gesellschaft 27
Kaufen Sie sich Popcorn und schauen Sie Ihrem Leben von außen zu 35
ZWEI
Warum wir ständig das fünfte Rad am Wagen anschrauben - Der absurde Leistungszwang 39
Kleine Geschenke erhalten den Arbeitsplatz: die 105-Prozent-Lösung 40
Schaffe, schaffe, Gräble schaufle 46
Es muss in einem Leben doch mehr als alles geben 48
DREI
Zu wenige Köche verderben den Brei - Der absurde Stresszwang 57
Warum Sie Ihre Arbeit keinesfalls im Griff haben sollten 59
Eine Hand stresst die andere 63
Aktfotos beim Bierbrauen im Iglu - und wie war Ihr Wochenende? 71
Nur wer Stress hat, hat auch Freunde 74
VIER
Mit jedem Furz die Welt verändern - Der absurde Sinnstiftungszwang 79
Die Arbeit: Vom Schmuddelkind zum Superstar 80
Platzen Sie auch jeden Tag fast vor Spaß an Ihrer Arbeit? 85
Sinn ohne Verstand 88
FÜNF
Alle Wege führen nach Rom, aber nur einer ist am romsten - Der absurde Perfektionszwang 92
Und was kostet Ihr Praktikum? 94
Hässlich? Selber schuld! 97
Das i-Tüpfelchen als Tor zur Hölle 99
Abwarten und das Leben verpassen 106
SECHS
Arbeit an Leben: "Sind Sie öfter hier?" - Der absurde Balancezwang 109
Warum zwei Probleme haben, wenn wir auch drei haben können? 110
Balance is the new black 112
SIEBEN
Sei du selbst, sonst bist du gar nichts - Der absurde Selbstverwirklichungszwang 115
Und was wollte ich gleich nochmal? 116

Teil 2:
Wie Sie das Hamsterrad zum Engelskreis machen

ACHT
Der Zwang zur Zwanglosigkeit 123
Ratschläge sind auch Schläge 124
Merci, dass es dich gibt. Die Schokoladenseite unseres Dilemmas 126
Wie wir selbst wirksam werden - und unserem Unterbewusstsein ein Schnippchen schlagen 128
Warum Dienst auch Schnaps sein kann 131
NEUN
Wie unsere innere Zerrissenheit uns kaputtmacht 135
Konflikt ist geil! 135
Ich denke, also stehe ich mir selbst im Weg 142
Die Ursachen für unsere inneren Kämpfe 144
ZEHN
Stimmen hören und trotzdem keinen Vogel haben - von der Kunst, die inneren Streithähne auszusöhnen 155
Ich bin ich - und zwar sehr viele. Unsere Rollenvielfalt 156
Das Modell der Bedürfniskompensation 162
Quo vadis, Wunsch? 172
Macht's euch selbst - so lassen Sie Ihre inneren Streithähne sich gegenseitig befriedigen 176
ELF
Wie Sie lernen, Ihr Leben zu lieben … ohne sich selbst zu verbiegen 187
Design your life 187
Jedem Tierchen sein Pläsierchen - wie Sie Ihre Toplösung finden 191
Ihr Leben - ganz nach Ihrem Geschmack 196
ZWÖLF
… acht, neun, zehn - ich komme! - Wie Sie Ihr neues Leben aus der Reserve locken 201
Ich sehe was, was du (noch) nicht siehst - die Kraft
der Visualisierung 203
Nur Mut … zur Muße. Wie uns die Langsamkeit schnell ein schönes Leben beschert 205
Liebe dich selbst - und es kommt besser, als du denkst 209

Bitte melden Sie sich! 216

Unser Buch hat Ihnen gefallen? 217

Ausgewählte Literatur 218

Register 221
Was, wenn es um Ihr Leben ginge?
Dr. Volker Kitz ist promovierter Jurist, Bestsellerautor und international gefragter Redner. Texte von ihm erscheinen unter anderem in Die Zeit, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Welt am Sonntag und bei Spiegel Online. Daneben haben zahlreiche wissenschaftliche Zeitschriften im In- und Ausland seine Beiträge veröffentlicht.
Prof. Dr. Manuel Tusch ist Arbeits-, Organisations-, Kommunikations- und Medienpsychologe und lehrt und forscht im Bereich Beratung, Mediation und Coaching. Seine Arbeitsschwerpunkte bei TUSCHConsulting® sind Business-Coaching, Wirtschaftsmediation, Training, Moderation und Keynote-Speaking. Als Gründer und Direktor des IfAP - Institut für Angewandte Psychologie bietet er bundesweit unter anderem Coaching-, Mediations- und Trainerausbildungen an.
Mit ihren Büchern, Veranstaltungen und Fernsehauftritten begeistern Kitz & Tusch ein Millionenpublikum. Ihre Bücher sind SPIEGEL-Bestseller und verkaufen sich in zehn Sprachen in über 30 Ländern.
Sei du selbst, sonst bist du gar nichts
Der absurde Selbstverwirklichungszwang

Ach ja, fast hätten wir noch etwas vergessen. Denken Sie bloß daran, Sie selbst zu sein!
Auch wenn Sie ständig an all die anderen Dinge denken müssen - bei der Arbeit viel leisten, geschäftig sein, Freude, Sinn und Leidenschaft zeigen, vor und nach der Arbeit viel leisten, geschäftig sein, Freude, Sinn und Leidenschaft zeigen, zwischen beidem und allem die Balance halten - eines ist ganz, ganz wichtig: Bleiben Sie dabei immer und überall Sie selbst! Verwirklichen Sie sich! Sonst entwertet Ihnen die Gesellschaft gleich wieder all die anderen Fleißpunkte, die Sie so brav gesammelt haben.
Aber predigen wir nicht gerade die Selbstverwirklichung in diesem Buch? Haben wir Ihnen nicht versprochen: Wir zeigen Ihnen den Weg zu Ihren wahren Wünschen, zu dem Leben, das Sie wirklich wollen?
Ja, das haben wir. Und wir lösen dieses Versprechen ein. Dafür ist es jedoch erforderlich, dass Sie sich zunächst vom Zwang zur Selbstverwirklichung befreien.


Und was wollte ich gleich nochmal?

Selbstverwirklichung ist ohne Frage ein wünschenswerter Zustand. Das Problem dabei ist: Es ist wie in der parlamentarischen Demokratie. Das Volk entscheidet nicht selbst durch Abstimmungen, was das Beste für das Volk ist. Abgeordnete entscheiden das, denn sie wissen besser als das Volk selbst, was gut für das Volk ist.
So ist es auch mit der Selbstverwirklichung:
Was Ihr "Selbst" ist und wann es "verwirklicht" ist, das müssen Sie schon andere entscheiden lassen!
Und die haben dafür ziemlich genaue Kriterien.

Melanie, 36, Prokuristin in einer größeren Galerie im Rheinland: "Ich habe Kunstgeschichte und BWL studiert, schnell Karriere gemacht, bin innerhalb von vier Jahren zur Nummer zwei in unserer Galerie mit 12 Angestellten aufgestiegen. Das kostet viel Einsatz. Oft bin ich bis 9 oder 10 Uhr abends hier. Manchmal fällt mir danach noch zu Hause was ein, dann schreibe ich eine E-Mail an die Kollegen, damit es am nächsten Morgen nicht in Vergessenheit gerät. Viel Zeit für ein Privatleben habe ich da natürlich nicht mehr. Aber mir macht das Spaß, ich empfinde es nicht als Stress. Und ich habe auch nicht den Eindruck, dass mir etwas fehlt im Leben. Schon mehrfach habe ich aber mitbekommen, wie die Kolleginnen über mich lästern: Eine bedauernswerte Kreatur sei ich, von ihrer Arbeit aufgefressen, mutterseelenallein: ‚Warum macht die nichts aus ihrem Leben?'"

Vergleichen Sie das mit dem folgenden Beispiel.

Cornelia, 36, Mutter von zwei Söhnen: "Ich bin gelernte Physiotherapeutin, habe mich aber schon vor ein paar Jahren dafür entscheiden, den Job aufzugeben und mich um meine zwei Söhne zu kümmern. Rupprecht ist heute 7 Jahre alt, Lukas ist 3. Ich bin geschieden und bekomme Unterhalt von meinem Ex-Mann. Daneben helfe ich einen Tag in der Woche in einem Bio-Laden aus. Insgesamt kommt dabei nicht so wahnsinnig viel Geld rum, aber es reicht für uns drei völlig aus. Ich bin mit diesem Leben sehr zufrieden, meine Familie ist das Schönste, was ich habe. Dass ich im Berufsleben nicht gerade nach vorn geprescht bin, fehlt mir nicht. Trotzdem weiß ich, was die Leute hier im Haus über mich reden: ‚So eine hübsche, fleißige und kluge Frau, und so ein Gammel-Dasein! Warum macht die nichts aus ihrem Leben?'"

Was gut für uns ist, wenn wir uns selbst verwirklichen, das bestimmt die Gesellschaft anhand formaler Kriterien: Geschlecht, Alter, Bildung, Herkunft, Familie, Aussehen. Über diese Kriterien bekommt jeder von uns eine Identität - allerdings nicht seine eigene! Sondern eine Gruppenidentität. Anhand ein paar formaler Kriterien gehören wir plötzlich zum Beispiel zur Gruppe "junger männlicher High-Potential aus einer alten Ärztefamilie". Die Gesellschaft weiß dann, was für Mitglieder dieser Gruppe in der Regel am besten ist. Und damit steht fest, wann es bei ihnen einen Selbstverwirklichungserfolg zu vermelden gibt.
Wenn Sie zum Beispiel eine Single-Frau Anfang 30 sind, ein gutes Jura-Examen in der Tasche haben - dann weiß die Gesellschaft ganz genau, was Sie zu tun haben, um sich selbst zu verwirklichen: einen guten Job in einer Großkanzlei annehmen (nicht: suchen, denn den bekommen Sie ja nachgetragen), einen adäquaten Mann finden, vielleicht einen sportlichen Steuerberater oder einen Oberarzt, dessen Eltern eine gut gehende Weinhandlung betreiben. Und Ihren Kinderwunsch dabei nicht aus den Augen verlieren. Dass Sie vielleicht gar keinen Kinderwunsch haben, dass Sie sich auch nicht für Männer interessieren und mit dem Gedanken liebäugeln, sich noch zur Altenpflegerin ausbilden zu lassen, das ist zweitrangig und darf für Sie nichts zur Sache tun - wenn Sie nicht wollen, dass auf Ihrer Stirn in großen roten Buchstaben das schreckliche Wort "unselbstverwirklicht" prangt.
Aus unserer Gruppenidentität ergibt sich auch zwanglos, zu welchen Fragen wir richtigerweise eine Ansicht haben und welche.
Wenn Sie zum Beispiel ein junger, eher alternativ lebender Künstler sind und trotzdem die Zukunft der Atomkraft unterstützen - dann wird Sie Ihr Umfeld nur milde belächeln, denn Sie haben sich in Ihren Ansichten noch nicht selbst verwirklicht. Sind Sie eine dynamische Bankerin, dann wird Ihr Umfeld erwarten, dass Sie es sich leisten, zu einer solchen Frage gar keine Ansicht zu haben. Äußern Sie trotzdem eine, diskutieren Sie gar darüber, dann "laufen Sie vor den wahren Fragen in Ihrem Leben davon".
So sehr misst uns die Gesellschaft an unserer Gruppenidentität, dass wir oft tatsächlich auch unsere eigenen Entscheidungen danach ausrichten: wie sich ein typisches Mitglied "unserer Gruppe" verhalten würde.
Dazu gibt es interessante wissenschaftliche Experimente: Nehmen wir an, der Student Martin ist Mitglied einer Kirchengemeinde. Fragen wir Martin nun, ob er für Elvira, ein anderes, erkranktes Mitglied dieser Kirchengemeinde, ein paar Besorgungen machen könnte, so wird Martin ziemlich wahrscheinlich "ja" sagen. Sagen wir Martin aber, Elvira gehe es zwar nicht gesundheitlich, doch finanziell ganz blendend, und sie würde ihm auch pro Stunde 20 Euro bezahlen, dann - lehnt Martin empört ab! So geht das Experiment jedenfalls meistens aus.
Warum? Anderen zu helfen, das ist vorbildlich. Martins Besorgungen werden für Elvira auch keinen Deut weniger wertvoll, wenn er dafür 20 Euro pro Stunde bekommt. Geld für Arbeit anzunehmen ist zudem nichts an sich Verwerfliches; wir alle tun es ständig! Der Student Martin könnte das Geld auch brauchen. Die Lösung "Hilfe gegen Bezahlung" würde beiden Seiten, Martin und Elvira, den maximalen Nutzen bringen. Trotzdem sind Menschen wie Martin verärgert, wenn wir eine solche - für alle optimale - Lösung an sie herantragen.
Denn Martin überlegt in der Situation weder "Was ist für mich am besten?" noch "Was ist für Elvira am besten?". Sondern er fragt sich: "Wie würde ein ideales Mitglied meiner Gruppe - also der Kirchengemeinde - in dieser Situation handeln?" Und Martin geht davon aus, dass ein ehrenwertes Mitglied einer Kirchengemeinde ausschließlich unbezahlte Hilfe anbietet.
So geht es uns auch mit der Selbstverwirklichung: Achten Sie einmal darauf und Sie werden sich oft dabei ertappen, wie Sie existenzielle Lebensentscheidungen an Ihrer Gruppenidentität ausrichten.
Hauptsache, Sie verwirklichen sich selbst.


Jetzt erst recht: Ihr könnt mich mal gern haben!

Liebe Leserinnen, liebe Leser - haben Sie Ihr Popcorn aufgegessen? Wie hat Ihnen der Blick auf den absurden Zirkus gefallen, den wir täglich aufführen? Haben Sie manchmal geschmunzelt, manchmal aber auch Ihr eigenes Leben, Ihre eigene Umwelt wiedererkannt? Haben Sie sich ein Bild davon gemacht, wer alles an Ihnen zerrt, etwas von Ihnen will, etwas von Ihnen erwartet? Möchten Sie nicht mehr mitspielen in diesem absurden Zirkus? Möchten Sie all den Menschen, die Ihr Leben bestimmen, zurufen: "Ihr könnt mich mal gern haben!"?
Möchten Sie endlich Ihr Leben leben?
Dann lesen Sie weiter.
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